Sicherheit im Zahlungsverkehr

Juli 5th, 2010 · No Comments

Kürzlich erst fand der 11. SEPA Round Table statt, der von der easycash GmbH veranstaltet wurde. Es ging vorrangig um das Thema Kriminalität im Zahlungsverkehr. Unter anderem nahm auch der Staatsanwalt Marco Thelen am Round Table teil. Er hielt einen Vortrag zum Thema, in dem er festhielt, dass die Kriminalität im Zahlungsverkehr sich vorrangig dahingehend äußert, dass Daten gestohlen werden. Meist kommen Phishing-Methoden zum Einsatz, um Kreditkartendaten oder Bankzugangsdaten zu erhalten.

Besonders problematisch: Die Täter setzen moderne Kommunikationsmittel ein, so dass sie schwerlich ausfindig gemacht werden können. Zudem arbeiten sie oft international und sehr gut organisiert, wodurch sich wiederum die Ermittlungen gegen die Täter schwierig gestalten. Zusätzlich werden viele Einzeltäter gefunden, die stets flexibel bleiben und sich die Gesetze der einzelnen Länder zunutze machen. Trotz allem ist die Aufklärungsquote bei den Banken recht hoch, nur Unternehmen scheuen den Schritt, Täter anzuzeigen. Grund dafür ist, dass sie um ihr Ansehen am Markt fürchten, wenn herauskommt, dass sie zum Phishing-Opfer geworden sind.

Thelen gab zu bedenken, dass vor allem mehr Personal aufgebaut werden müsse, um die Sicherheit im Zahlungsverkehr zu erhöhen. Spielraum bestehe außerdem im Bereich der Vorratsdatenspeicherung und ein besonders wichtiger Punkt ist, dass die User selbst mehr Aufklärung über die Gefahren der Dateneingabe im Internet erhielten. Noch immer geben viele Nutzer ihre Daten sehr leichtfertig ab.

Schäden halten sich im Rahmen

Ebenfalls äußerste sich Christoph Pfeifer, der CFO von easycash zu den Schäden, die durch die mangelnde Sicherheit im Zahlungsverkehr entstünden. Moderiert wurden seine Aussagen von Marc Birkner, der als Managing Director bei easycash arbeitet. Hier heißt es, dass die Schäden weit unter 100 Millionen Euro liegen und somit nur einen geringen Anteil ausmachten. Zu verdanken sei dies vor allem der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten. Das bestätigte auch Hans-Werner Niklasch, der Geschäftsführer bei Euro Kartensysteme. Er gab jedoch ebenso zu bedenken, dass insbesondere Deutsche auf die Sicherheit im Zahlungsverkehr achten müssten. Denn ihre Daten sind aufgrund der nach wie vor hohen Solvenz der Menschen besonders gefragt.

Investition in Sicherheitstechnik sinnvoll

Thelen hielt dagegen, dass vor allem die Investition in neue Sicherheitssysteme beim Zahlungsverkehr sinnvoll sei. Denn gerade bei technischen Updates und Co. fallen viele Täter hinten herunter. Sie kommen mit diesen Updates nicht mehr zurecht. Außerdem habe sich die Kriminalität im Zahlungsverkehr schon durch Einführung des TAN-Verfahrens verbessert, so dass in Deutschland eine höhere Sicherheit, als in den USA oder Großbritannien herrsche. Auch im August, genauer am 24.08.2010, findet wieder ein Round Table statt, der erneut die Probleme im Zahlungsverkehr beschreiben soll.