Über manche meiner Einsätze in der Security darf ich nicht reden. Also muss ich meine Erzählungen etwas allgemein halten, um keine Firmeninterna zu verraten. Der Auftrag lautete, einen Politiker vom Flugzeug abzuholen. Die Waffen sollten mitgenommen werden, also handelte es sich wohl um eine wichtige Person, die wir zu zweit durch ihren Besuch in der Stadt begleiten sollten. Ja, man könnte sagen, der Herr war aus den Medien bestens bekannt. Er hatte einige Termine in der Stadt, wir sollten seine Schatten sein, bis er wieder wohlbehalten im Flieger saß. Eine gepanzerte Limousine war unser Fahrzeug. Bei einem solchen Auftrag steht man immer unter Strom. Es ist eine Mischung aus Stolz über das Vertrauen, das der Chef in einen setzt, aber auch Angst, etwas zu übersehen, etwas falsch zu machen. Dennoch lässt man sich eine solche Chance, sich zu bewähren, nicht entgehen.
Also waren wir pünktlich am Flughafen und am vereinbarten Treffpunkt. Der Mann reiste mit einem Assistenten. Die beiden Personen und ihr Gepäck nahmen wir natürlich gleich unter unsere Fittiche. Es gehörte auch zum Job, sie überall hin zu begleiten. Am Abend sollte dann pünktlich der Rückflug erreicht werden, dann war unsere Aufgabe erledigt. Die Waffen haben wir sehr selten dabei. Bis jetzt musste ich von meiner Schusswaffe auch nie Gebrauch machen. Ich gehe regelmäßig zum Training, nehme auch immer wieder an Schulungen teil. Dennoch bin ich froh, wenn ich das Schießeisen am Abend nach einem solchen Einsatz wieder in den Tresor in der Firma packen kann. Zuhause will ich die Waffe nicht haben, um meine Frau oder mein Kind nicht zu verunsichern. Das Thema wird auch weitestgehend ausgeklammert.
Der Herr nahm bis zum Abend, als er und sein Assistent sich verabschiedeten, kaum Notiz von uns. Im Auto telefonierte er, arbeitete etwas am Laptop. Bei den Terminen waren wir vor der Tür, während des Essens draußen im Auto, so dass wir den Tisch durch das Restaurantfenster sehen konnten. Wir handelten streng nach Anweisung des Klienten. Es passierte nichts. Auch den Flieger erreichten wir pünktlich auf die letzte Minute. Der Chef war mit unserem dezenten, aber professionellen Einsatz zufrieden. Wieder einmal eine Abwechslung zu den sonstigen Ermittlungsfällen.
