Wieder einmal war ich in Sachen Security unterwegs. Ein Rockfestival mit einigen hundert Besuchern war anberaumt. Es sollten einige Bands spielen. Die Besucher wollten auf dem Konzertgelände campen. Hier war der Einsatz für mehrere Tage angesetzt, ohne eine Fahrt nach Hause. Meine Frau meckerte ein wenig. Es gäbe doch bestimmt Kollegen ohne Familie, die diesen Einsatz übernehmen hätten können. Sie sah mich in Schlägereien mit wilden Rockern verwickelt, krankenhausreif geschlagen und im Matsch liegen. Ich beschwichtigte sie, denn die Rock-Fans sahen zwar manchmal furchterregend aus, tranken auch viel. Doch die meisten von ihnen sind liebe Kerle, die keiner Fliege etwas zu Leide tun könnten. Ich hatte solche Einsätze schon etliche Male mitgemacht und bin jedes Mal zwar müde, aber gesund nach Hause gekommen. Wieder hatten wir einen Einsatzplan, der uns für die einzelnen Tage verschiedene Aufgaben zuwies. Sicher war die eine oder andere kleine Schlägerei zu verbuchen, die Polizei war auch drei Mal vor Ort. Doch für eine solch große Menschenansammlung mit so viel Alkohol im Spiel, war es wieder einmal sehr ruhig.
Am Ende eines solchen Arbeitseinsatzes verträgt man auch schon mal ein Bier. Dieser Beruf ist wahrlich nichts für jemanden, der kein Durchsetzungsvermögen und Durchhaltevermögen hat. Stundenlanges Stehen, sich nicht provozieren zu lassen und ein striktes Nein gegen angebotene Biere der Besucher des Festivals gehören nun einmal dazu. Anpacken, wenn es sein muss, ansonsten im Hintergrund stehen und immer freundlich sein, ist die beste Methode. Natürlich sind wir auf solchen Einsätzen unbewaffnet.
