Als Detektiv macht man ab und zu auch mal bei Undercover Einsätzen mit. In einer Firma soll ein Angestellter überführt werden, der wahrscheinlich Geld unterschlägt. So lautete der Auftrag in meinem letzten Undercover Einsatz. Ich wurde als neuer Angestellter in den Berieb eingeschleust. Informationen über den Kollegen, den es zu observieren gab, hatte ich zur genüge. In der Buchhaltung waren die Dinge ja schon abgeklärt. Es ging nur noch darum, den letzten Beweis dafür zu erbringen, dass genau dieser Angestellte und kein anderer mit der Sache zu tun hatten. Der Chef war ungeduldig, aber ich erklärte ihm, dass der Mitarbeiter ein gewisses Vertrauen zu mir fassen musste, da ich sonst auffliegen würde. Hat so ein Angestellter Lunte gerochen, dass er im Verdacht steht, wird der Beweis nahezu unmöglich. Je besser meine Tarnung ist, umso mehr Chancen habe ich, die Sache schnell aufzuklären.
Ein wenig Technik wurde im Büro des Angestellten installiert. Auch der PC wurde besonders überwacht. Besuche nach Feierabend in diesem besagten Büro gehörten für mich dazu. Bis ich einen Beweis gefunden hatte, musste ich abwarten, keine Fehler durften passieren. Auch, wenn ich jeden Abend das Büro durchsuchte, musste jedes Körnchen Staub auch am nächsten Morgen bei Dienstbeginn wieder so daliegen, wie es der Kollege hinterlassen hatte. Tägliche Berichte an den Firmenchef gehörten dazu. Dessen Ungeduld sollte bald nicht mehr nötig sein.
Mit fingierten Kundenrechnungen überwies sich der Mann in einer Woche drei Mal nicht zu kleine Beträge auf ein Konto. Er wurde bei einer dieser Buchungen gefilmt, so dass man ihn direkt überführen konnte. Auch die Papiere in den Akten, alle fein säuberlich abgeheftet, konnte ich sichern. Mit diesen Ergebnissen ging ich schon nach vier Tagen zum Firmenchef. Nach einer ersten Hochrechnung hatte sich der Mann in einem Jahr über 200.000 Euro aus dem Firmenkapital gestohlen. Natürlich wurde er entlassen und angezeigt. Die spektakulären Undercover Missionen, wie bei Matula und Co. fehlen leider bei mir. Meine Frau findet das allerdings ganz in Ordnung.
