Observation: Blaumacher haben keine Chance

Oktober 6th, 2009 · No Comments

Immer wieder kommen wir Detektive auch zum Einsatz, wenn Arbeitgeber vermuten, dass ihre Angestellten gar nicht krank sind, wenn sie einen gelben Zettel im Büro abgeben. Erst letztens bekam mein Chef einen Auftrag von einer etwas größeren Firma. Die Firma hatte Verdacht geschöpft, weil ein Angestellter in letzter Zeit mehrmals im Monat nicht in der Arbeit erschien. Die Firma wollte überprüfen, ob er wirklich krank war, oder einfach nur krank spielt. Manche Arbeitnehmer lassen sich ja auch krankschreiben, um schwarz zu arbeiten oder zu Hause ein paar Dinge erledigen zu können, ohne den Jahresurlaub dafür zu verschwenden. Dieser Auftrag ging an mich weiter.

Ich sollte herausfinden, was der Angestellte macht, wenn er nicht zur Arbeit erscheint. An einem dieser Fehltage fuhr ich vor das Haus des Angestellten, etwas abseits, damit ich nicht auffällig wirkte. Am Vormittag bekam er Besuch von einem Mann mit einem Koffer, der nach einer Stunde wieder ging. Sonst konnte ich den ganzen Tag nichts Interessantes beobachten. Außer, dass seine Frau den Müll zur Tonne brachte. Abends um sechs aber, verließ er mit seiner Frau das Haus und fuhr mit dem Auto in Richtung Stadt. Ich fuhr ihnen nach und konnte sehen wie er zusammen mit seiner Frau am Krankenhaus hielt. Er musste also tatsächlich krank sein. Am nächsten morgen habe ich mich noch einmal vor das Haus gestellt, um sicher zu sein, dass ich nicht falsch liege.

Da sprach mich eine Nachbarin an, ob ich denn zu dem Herrn Lehner möchte. Ich antwortete mit ja, und sie fing sofort an zu erzählen. Dass es ja so schlimm wäre, dass es genau diese Familie getroffen hat und sei so geschockt gewesen, als sie hörte, dass ihr Nachbar Krebs habe. Das war also mein Beweis. Mit diesen Neuigkeiten ging ich sofort zu meinem Chef, der die Firma informierte. Dort hat niemand etwas von seiner Krankheit gewusst. Herr Lehner hatte Angst, dass ihn jeder bemitleiden könnte, oder ihm nahegelegt würde, doch die Arbeit aufzugeben. Der Firmenchef hatte aber Verständnis dafür und befand das Fehlen von Herrn Lehner nicht weiter tragisch. Manchmal ist es doch besser, den Chef über private Dinge zu informieren.