Viele Dinge aus dem Bereich Wirtschaft oder Arbeitsrecht fallen in unsere Ermittlungsarbeiten. So überprüfen wir zum Beispiel auch, ob Spesen im Sinne des Arbeitgebers abgerechnet werden, oder ob der Angestellte eher in die eigene Tasche wirtschaftet. Hat ein Arbeitgeber diesen Verdacht, wendet er sich an eine Detektei, weil er selbst kaum überprüfen kann, was nun von den Informationen stimmt, und was nicht.
Im Falle eines Handelsreisenden, der auf Umsatzbeteiligung arbeitete, stellte sich auch wirklich schon nach kürzester Zeit heraus, dass er log, wo er nur konnte. Mühsame Recherche, war erforderlich, denn ich musste seinen Lebensstil unterwegs beobachten, und zum Schluss wurde mit seiner Abrechnung verglichen. Beim Tanken des Firmenwagens fing es schon an. Ein Reservekanister wurde gefüllt und mit nach Hause genommen. Der Sprit landete im privaten Fahrzeug. Konstant bei jeder Tankung wurden so also fünf Liter Benzin auf Firmenkosten mitgenommen.
Noch anstrengender war es, die Essen mit den Kunden zu überprüfen. Das hatte der Mann schlau angestellt. Er ging in ein Restaurant, bestellte sich einen Kaffee, suchte nach einer Gelegenheit, einen Bon einzustecken, bezahlte seinen Kaffee und ging wieder. Den Kaffee bezahlte er aus eigener Tasche, aber die geklaute Quittung rechnete er über die Spesen ab. Der Chef hatte ausdrücklich nichts dagegen, mit einem Kunden essen zu gehen, wenn daraus ein lukratives Geschäft entstand. Aber das war zu viel.
Als die Monatsabrechnung des Außendienstmitarbeiters vorlag, wurde ich zu einer Zusammenkunft gerufen. Der Mann stutzte, als er mich sah, er konnte sich scheinbar doch an mich erinnern. Ich war ihm eine Woche wie ein Schatten gefolgt, wo immer er unterwegs war. Der Chef legte ihm meine Abrechnung und die Fotobeweise vor, auch die Abrechnung des Angestellten lag auf dem Tisch. Der Mann hat seine Kündigung erwartet, aber nicht bekommen. Er erhielt die Chance, weiter zu arbeiten, und jeden Monat einen Teil der unterschlagenen Summe zurück zu zahlen. Dennoch musterte mich der überführte Betrüger mit finsteren Blicken. Ab jetzt gab es nämlich nur noch zehn Euro Spesen am Tag und ein Fahrtenbuch mit genauer Kontrolle des Spritverbrauchs.
