Schwarzarbeit geht mich nichts an?

Oktober 27th, 2009 · No Comments

Viele Menschen sehen und hören weg, wenn es um Schwarzarbeit in den eigenen Freundes- oder Familienkreisen geht. Auch viele Angestellte unternehmen nichts, auch wenn der Chef einige Mitarbeiter nicht ordnungsgemäß angemeldet hat. Sie haben Angst um ihren eigenen Job, und sehen deshalb lieber über die Unrechtmäßigkeit hinweg.

Wenn ich in Sachen Schwarzarbeit unterwegs bin, dann hat mich das Ganze sehr wohl zu interessieren. Auch ich mache mich privat nicht zum Richter, äußere aber klar meine Meinung darüber, dass ich das nicht in Ordnung finde. Jeder, der seine Steuern ordentlich zahlt, muss die Ungerechtigkeit in Kauf nehmen, dass sich hier Chefs und Arbeiter Vorteile verschaffen, die ihnen nicht zustehen. Das sage ich auch laut, auch wenn ich mich damit bei Freunden schon unbeliebt gemacht habe.

Eine Ermittlung in Sachen Schwarzarbeit gibt zum Beispiel das Arbeitsamt in Auftrag. Auch ein Chef, der vermutet, dass sein Angestellter nebenbei noch Geld verdient, und deswegen einige Tage fehlt, zu spät kommt oder nicht ausgeschlafen ist, lässt manchmal in diese Richtung ermitteln. Sehr oft sind es aber Rentner, Hartz IV Empfänger oder Ausländer, die sich auf Baustellen, als LKW Fahrer oder in vielen anderen Berufen oder Hilfsarbeiten beim Schwarzarbeiten erwischen lassen.

Viele ertappte Menschen haben schon versucht, mich davon abzuhalten, die Sache zu melden. Da ich denke, dass wir in einem Sozialstaat leben, in dem jeder ein Auskommen haben kann, auch wenn es nur wenig Arbeitslosengeld II ist, bin ich hier aber rigoros. Der Auftraggeber bekommt die Informationen, die ich ermittelt habe. Ob sie nun positiv oder negativ ausfallen, ist mir in dieser Sache egal.