In Finnland kam es in diesen Tagen zu einem virtuellen Raub. Dabei entwendeten die Diebe Passwörter und Zugangsdaten zur Community „Habbo Hotel”. Diese bringt vor allem Jugendliche zusammen, die sich dort austauschen und ein „Zimmer” nehmen können. Gegen eine Gebühr können sie ihr Zimmer mit Möbelstücken einrichten. Die Diebe haben nun die virtuellen Möbelstücke nach dem Datendiebstahl an sich genommen. Der Schaden kann noch nicht genau beziffert werden, ersten Angaben zufolge soll er für einige der Jugendlichen aber immens sein.
Die finnische Polizei hat jetzt die Ermittlungen in diesem Fall eingeleitet und entsprechend mehrere Wohnungen durchsucht und Computer beschlagnahmt. Eindeutige Täter konnten bisher noch nicht ermittelt werden und die Täter dachten vermutlich auch, dass sich bei einem virtuellen Raub kaum echte Ermittlungen ergeben würden. Die Polizei in Helsinki sieht dies jedoch anders und setzt derzeit alles daran, die Hacker dingfest zu machen und den virtuellen Besitz zurückzugeben.
Für alle anderen Länder ist der Fall beispielhaft, da bei einem solchen Diebstahl bisher noch nicht ermittelt wurde. Nun ist aber klar, dass auch Cyber-Diebstahl sich nicht lohnt. Alleine der Datenklau ist schon unrechtens. Das Einhacken in fremde Computer und Ausspähen persönlicher Daten, wie Passwörter und Benutzernamen ist bisher nur aus anderen virtuellen Bereichen, insbesondere dem Onlinebanking bekannt gewesen. Nun werden auch im Web Besitztümer gestohlen, die vorher mit echtem Geld bezahlt wurden.
Für Datendiebe sollte dies ein Warnschuss sein, denn die Justiz sieht das Internet längst nicht mehr als rechtsfreien Raum an, sondern leitet auch in diesem Bereich Ermittlungen gegen die Diebe ein.
