Warten. Dieses Wort an sich wird schon ein Graus sein für manchen Detektiv. Viele Stunden in seinem Arbeitsleben verbringt der Ermittler damit, bei Observationen und Ermittlungen darauf zu warten, dass etwas passiert. Nicht immer lohnt es sich, für die Zeit, die eine zu observierende Person etwas unternimmt, einen anderen Fall zu beginnen, nach Hause zu fahren oder sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Man muss abwarten, und, wie es so schön heißt, Tee oder vielmehr Kaffee trinken.
Schläfrig zu werden ist etwas, das sich ein Detektiv nicht leisten kann, auch wenn es noch so langweilig ist, zu warten. Es gilt, den Verstand und den Geist wach zu halten, denn schnell kann eine unvorhergesehene und plötzliche Änderung eintreten, die dann wiederum spontanes Handeln erforderlich macht. Ist eine Wartezeit angesagt, deren Ende nicht absehbar ist, kann der Detektiv einige Verwaltungsarbeit erledigen, sofern sich mit einem Laptop, einem Telefon oder anderen Dingen die Möglichkeit dazu bietet. Dies setzt einen ruhigen und sicheren, manchmal auch trockenen Arbeitsplatz, also das Auto oder ein Café voraus. Auch einen ungestörten Anruf bei Frau und Kindern kann man jetzt erledigen. Zeitung zu lesen, etwas zu essen, aber auf keinen Fall müde werden, so lautet nun die Devise. Fast wie eine Katze, von der man meint, sie sei kurz vor dem Einschlafen, wie in einer Art Trance, so wartet der Detektiv, bis sich Handlungsbedarf zeigt.
Ist es so weit, muss die Schläfrigkeit abfallen, wie der Staub von einem ausgeschüttelten Teppich. Sofort muss der Detektiv hellwach sein, bereit, alles dafür zu tun, den Fall weiterzubringen, ihn aufzulösen.
