Als Detektiv habe ich schon so manch besonderen Fall erlebt. Einer dieser außergewöhnlichen Fälle zog sich über eine längere Zeit. Es ging um eine junge Frau, die nach der Trennung ihrer Eltern, die zusammen in Amerika lebten, mit ihrem Vater nach Deutschland zog. Zu dieser Zeit war sie noch zu klein, um zu entscheiden, bei wem sie bleiben möchte. Nach ein paar Jahren war die Sehnsucht nach ihrer Mutter so groß, dass sie sich an mich wandte. Wir haben lange und intensive Gespräche geführt und alle Informationen, die über die Mutter noch vorhanden waren, gesammelt. Ich habe durch diese Angaben schon von Deutschland aus eine Menge herausfinden können. Auch Fotos gab es noch, aber eben leider ziemlich alte. Nach einer Woche Ermittlungen sind wir, die Tochter und ich, mit dem Flugzeug nach Amerika geflogen, um herauszufinden, ob die Adresse, die ich recherchiert hatte, stimmt. Das war leider nicht der Fall. Die Mutter war schon umgezogen.
Die Tochter war ziemlich traurig über diesen Rückschlag und dachte schon ans Aufgeben. Ich ermutigte sie. Jetzt, wo wir einmal da waren, wollten wir doch auch richtig ermitteln. Ich stattete den verantwortlichen Behörden in Amerika einen Besuch ab, um herauszufinden, wohin die Mutter der jungen Frau gezogen war. Nach einem ganzen Tag, gestrotzt voller Behördengängen, war es geschafft: Wir hatten eine neue Adresse. Leider war es schon so spät, dass wir erst am nächsten Tag dort hinfahren konnten. Nach einer fast schlaflosen Nacht machten wir uns auf den Weg zur besagten Anschrift. Wir stellten fest, dass der Ort in dem die Mutter lebt, ziemlich abgelegen war. Nach einer ganzen Zeit waren wir angekommen und sogar ich war ein wenig nervös. Die Tochter zögerte, als sie an der Tür klopfte, dann aber öffnete eine Frau ihr die Tür. Einen Moment lang war es still aber dann umarmten die Frauen sich überschwänglich und tränenüberströmt an der Tür. Ich wusste, dass sich hier Mutter und Tochter wieder gefunden hatten. Und ich wusste auch, dass ich gute Arbeit geleistet hatte.
